22. Februar 2025

Hochwasserschutz in Mühlhausen: RP sieht keine Gefahr durch starken Baum- und Weidenbewuchs im Enzvorland  

Mühlacker-Mühlhausen. Der Hochwasserschutz für den Stadtteil Mühlhausen war Gegenstand einer Anfrage, die der Mühlhäuser Stadtrat Reiner Müller (Freie Wähler) an die Stadtverwaltung gerichtet hat. Er befürchtet, dass die oberhalb und unterhalb der Mühlhäuser Brücke vor Jahren gepflanzten Sträucher und Weidenstecklinge, die mittlerweile teilweise zu regelrechten Bäumen herangewachsen seien, bei Hochwasser einen zusätzlichen Rückstau verursachen und somit die Überschwemmungsgefahr hin zum Ort verschärfen könnten. Ein Thema, das viele in der Nähe der Enz lebende Menschen bewege, so Reiner Müller.

In der nun vorliegenden Antwort auf die Anfrage bringt die Stadtverwaltung zum Ausdruck, dass man das Thema Hochwasserschutz bzw. dessen mögliche Beeinträchtigung durch den zunehmenden Bewuchs im Enzvorland im Auge habe. Man sei im engen Kontakt mit den zuständigen Stellen - sowohl mit der unteren Wasserbehörde beim Landratsamt Enzkreis als auch mit dem Regierungspräsidium Stuttgart - Außenstelle Heilbronn, Referat Hochwasserschutz und Gewässerökologie. Im Rahmen dieses Austausches mit den Fachbehörden habe u.a. auch eine Begehung mit dem damaligen Stadtrat Wolfgang Schreiber stattgefunden. Dieser hatte bereits 2022 in einer Anfrage an die Stadtverwaltung notwendige Pflegemaßnahmen und den Rückschnitt der Weiden reklamiert.

Wie aus der aktuellen Stellungnahme der Verwaltung nun hervorgeht, werden seitens der Fachbehörden die nun schon mehrfach vorgebrachten Bedenken nicht geteilt. Aus der Stellungnahme des RP wird wie folgt zitiert: „Die gepflanzten Bäume werden regelmäßig begutachtet und bei Bedarf geschnitten. Anders als die Sträucher sollen diese sich nicht bei Hochwasser umlegen. Genauso wie die Bäume werden die Sträucher regelmäßig gepflegt“. Des Weiteren wird seitens des RP erklärt, wolle man versuchen, die Abflussleistung und die Ökologie in einem guten Verhältnis zu gewichten. Überdies seien in der Gewässerhydraulik zur Ermittlung des Abflussvermögens immer Abschläge für Bewuchs und sonstige Störungen berücksichtigt. Zusätzlich sei zu beachten, dass der Bewuchs in Fließrichtung aufgereiht vorliege und somit gut umströmt werden könne. Hinsichtlich des Hochwasserschutzes sehe die zuständige Stelle beim RP aufgrund des Bewuchses keine Gefahr.

„Die Stellungnahme des RP kann uns nicht ganz überzeugen, geschweige denn die Enz-Anlieger beruhigen“, so Fraktionsvorsitzender Rolf Leo und Reiner Müller übereinstimmend.  Man kritisiere, dass die zuständigen Stellen beim Zurückschneiden der Sträucher und Bäume entlang der Enz zu zögerlich seien. Auch in Dürrmenz habe seit der Gartenschau 2015 der Bewuchs stark zugelegt, und man habe ähnliche Befürchtungen wie in Mühlhausen, dass bei starkem Hochwasser die vielen hohen Bäume und Sträucher das Abfließen des Wassers verzögern könnten. „Wir akzeptieren, dass die Belange von Fauna und Flora im Interesse eines ökologischen Gleichgewichts berücksichtigt werden; allerdings muss der Schutz der Anwohner vor möglichen Hochwasserkatastrophen im Vordergrund stehen“, erklären die FW-Stadträte abschließend. 

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